Entgegen der landläufigen Meinung ist Rothenburg ob der Tauber ja gar nicht die schönste Stadt der Welt, sondern eben doch Hamburg, wenn man mal ehrlich ist. Dieser Underdog-Status hat fast nur Vorteile, denn so bleibt uns erspart, dass sich jedes Jahr Touristenmassen in zwölffacher Höhe der Einwohnerzahl aus Bussen über die Stadt ergießen, die Digiknipsen heißlaufen lassen und abends beim Sauerkraut schwärmen, wie beautiful das doch alles ist. Oder etwas Entsprechendes auf Japanisch.
Dazu hat Hamburg einen interessanten Mechanismus gefunden, um die Touri-Restposten abzufangen, die zwischen Rothenburg, Heidelberg und Neuschwanstein doch einen Abstecher hierher machen: Sie werden eingezäunt. Deswegen wird an jedem Wochenende zwischen April und Oktober nämlich ein großer Teil der Stadt abgesperrt, mit Ausflüglern und gutgelaunten Familien gefüllt und mit Lebkuchen, Wurst und Caipi-Buden ruhig gestellt. Hinter dem Zaun gibt es dann immer irgendwas Aufregendes, Motorräder, Feuerwerk, seelenlose Neubaugebiete, Kirschblüten, Schiffe, Jogger, Radfahrer, Leute die auf Surfbrettern stehen oder einfach Wasser, denn davon haben wir ja genug.
Und zack: Alle sind glücklich und haben ein irrsinnig gutes Wochenende, inklusive aller Hamburger, die wohlweislich außerhalb des Zauns bleiben. Man braucht nur zwei, drei Umleitungs-Apps, um nicht versehentlich im Sperrgebiet zu landen. Und mal im Ernst: Wer braucht Alstervergnügen, wenn er bei uns Sternbrückenspaß haben kann?
Fr 03.09.
Nastrovje
Woody (Fumakilla, Berlin)
Marcel Schulz (Simple as that Rec., Kollektiv Ost, Berlin)
Miyagi (Rennbahn Rec., Hamburg)
der Mo (Waagenbau, Hamburg)
24:00h
Gib Woody zwei Plattenspieler, einen Mixer und ein Publikum – mehr braucht der Mann nicht zum Leben, der schon Anfang der Neunziger zu den unbestrittenen Schlüsselfiguren der Berliner Clubszene zählte und bis heute seine ganz eigene Interpretation des Funk um die Welt trägt. Einflüsse zwischen Detroit und klassischer B-Boy-Kultur prägen Woodys außergewöhnliche Selection wie auch sein Label Fumakilla, während Marcel Schulz vom Berlin-Mecklenburger Kollektiv Ost seinen ganz eigenen minimalistischen Tech-House-Blueprint in der Tasche hat. Gemeinsam mit den Hamburgern Miyagi und der Mo versprechen die Wahlberliner mit erhobenen Tassen einen mehr als würdigen Start in den September im Waagenbau.
&
Sa 04.09.
Der Rest vom Fest
Waagenbau Allstars
23:00h
Es kommt ja immer auf den Einzelfall an, aber wenn die Nachbarn feiern, ist das meist nicht so reizvoll. Ein verschämt ins Treppenhaus geklebter Zettel mit Clip-Art-Bildchen lädt alle lieben Nachbarn zur crazy Mottoparty ein, möchte aber doch nur vermitteln: Bitte, bitte lasst uns in Ruhe und ruft nicht gleich die Kavallerie, wenn wir versehentlich das Treppenhaus abfackeln, vor die Haustür brechen und lauter sind als das Jüngste Gericht. Wir vom Waagenbau hingegen haben in unserem Viertel die tollsten Nachbarn, die man sich wünschen kann, dazu schalldichte Wände und die Garantie, dass sich nicht nachts um drei irgendein Fremder per Youtube um die Musik kümmern will. Und deswegen feiern wir mit euch ganz familiär nach Art des Hauses – aus dem Schanzenfest raus.
WAAGENBAU
Max-Brauer-Allee 204
22769 Hamburg
Infos, Kontakt und mehr auf unserer Website:
www.waagenbau.com
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http://www.facebook.com/pages/Waagenbau/32264716649
Donnerstag, 2. September 2010
Waagenbau ob der Tauber
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